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Thomas Vogel

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ERGO-STERK, Praxis für Ergotherapie

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Ergotherapie

Rehabilitation kranker und behinderter Menschen durch Ergotherapie

Die Ergotherapie ist ein anerkannter medizinischer Heilberuf. Zentraler Punkt der Ergotherapie ist die Rehabilitation kranker und behinderter Menschen. Der Begriff stammt aus dem Griechischen und bedeutet sinngemäß „Genesung durch Handeln und Arbeiten“.

Die Maßnahmen der Ergotherapie richten sich an eine potentiell große Gruppe von Menschen, denen die Möglichkeit zur alltäglichen Alltagsbewältigung aus verschiedensten Gründen abhanden gekommen ist. Beispielsweise sind Menschen, die einen Schlaganfall erlitten haben oftmals Patienten in ergotherapeutischen Praxen. Aber auch Knochenbrüche, muskuläre Leiden und Unfallopfer mit unterschiedlichen Krankheits- und Verletzungsbildern werden mit ergotherapeutischen Methoden behandelt.

Die Anfänge der Ergotherapie in Deutschland waren unter dem Begriff Beschäftigungstherapie bekannt. Im Jahre 1953 wurde dafür die erste Lehreinrichtung in Hannover gegründet. Nach einer zwischenzeitlichen Umbenennung in Beschäftigungs- und Arbeitstherapie wurde 1999 die Bezeichnung Ergotherapie offiziell festgelegt.

Ziele und Anwendungen der Ergotherapie

Das Ziel der Ergotherapie ist die Wiederherstellung der körperlichen Fähigkeit und Rehabilitation, damit ein weitestgehend „normaler“ Ablauf im alltäglichen Leben in Alltag, Beruf, Schule, Kindergarten, Familie und Freizeitbereich (wieder) möglich ist.
Im Allgemeinen sollen körperliche und seelische Zustände verbessert und Leidensdruck gesenkt werden; dazu soll eine nachhaltige Schmerzlinderung erfolgen und Pflegebedürftigkeit hinausgezögert werden. Ziel: Wiederherstellung der Selbständigkeit und Ermöglichung einer weitgehenden Handlungsfreiheit im Alltag.

Die Ergotherapie unterteilt sich in mehrere Therapiemethoden, die aufgrund des ganzheitlichen Ansatzes der Ergotherapie oft integriert verwendet und in den medizinischen Sitzungen angewendet werden. Daher lässt sich auch nicht immer eine klare Trennung zwischen den einzelnen Therapiemethoden finden.
Wichtig: „Bei der Ergotherapie stehen nicht die oberflächlichen Einschränkungen und Krankheitszeichen im Vordergrund, sondern die zugrundeliegenden Ursachen.“

Therapiemethoden der Ergotherapie

Die Leitlinien der Behandlung gründen sich auf theoretische, medizinische Modelle wie die klientenzentrierten Modelle Canadian Model of Occupational Performance (CMOP) bzw. das Model of Human Occupation (MOHO).
Folgende Therapiemethoden gehören zu den am weitesten verbreiteten:

Die kompetenzzentrierte Methode
Bei der kompetenzzentrierten Methode werden ausgewählte, handwerkliche Techniken in die Behandlung integriert, wobei Übungen aus dem lebenspraktischen und Freizeitbereich im Vordergrund stehen. Das Ziel dieser Therapiemethode ist die (Wieder-)Erlangung von Fähigkeiten des Patienten.

Die ausdruckzentrierte Methode
Hierbei geht es weniger um das Vermitteln von physischen Fähigkeiten als um die Vermittlung von persönlicher Nähe und Gefühlsbetontheit. Als Ausdrucksmittel und um die Kommunikation zwischen Heilendem und Patienten zu fördern, kommen Therapieinhalte in kreativ−gestalterischer Form zum Einsatz. Beispielsweise musikalische Elemente fließen an dieser Stelle in die Therapie mit ein.

Die interaktionelle Methode
Bei der interaktionellen Methode geht es um eine Therapiemethode, die innerhalb eines gruppendynamischen Prozesses abläuft. Davon werden sich im Hinblick auf den Erfolg der Therapie besondere Erfolge versprochen.
Oftmals findet bei der Therapieform ein Rollentausch der teilnehmenden Patienten statt, so dass bestimmte soziale Erfahrungen stimuliert werden.

Ergänzend seien an dieser Stelle noch zwei weitere stationäre Therapiemethoden genannt: Die Gestaltungstherapie, bei der ein Patient künstlerisch tätig werden soll (z.B. in dem er ein Bild malt) und dieses in einer Runde mit weiteren Patienten, die ebenfalls ein Bild malen müssen, vorstellt und seine Interpretation dazu liefert und die Bürotherapie. Dabei geht es zum Beispiel um die Wiederherstellung der beruflichen Einsatzfähigkeit sein. Dabei werden zu Beginn kleinere Projekte bearbeitet, die im Zeitablauf an Aufwand zunehmen sollen.

Einsatzgebiete der Ergotherapie

Die Einsatzbereiche lassen sich wie folgt gliedern:

Pädiatrie

Bei der Pädiatrie geht es um die Behandlung von Kindern.
Dabei ist der tatsächliche Entwicklungsstand des betroffenen Kindes als Grundlage aller Maßnahmen anzusehen. Dementsprechend werden bei der Behandlung von Kindern zunächst umfangreiche Tests mit den kleinen Patienten durchgeführt. Auch das soziale Umfeld des Kindes findet hier Berücksichtigung (Eltern, Lehrer und Verwandte).

Behandlungsziele der Pädiatrie

Vielfach geht es bei der pädiatrischen Ergotherapie um die Verbesserung von körperlicher Koordination, Schulung der Sinneswahrnehmung und der Wahrnehmungsverarbeitung, Training zur Konzentration und Ausdauer bei kognitiven Leistungen sowie größtmöglicher Selbständigkeit im Alltag, in der Schule und im alltäglichen Umfeld.

Neurologie

Um Erkrankungen des Zentralen Nervensystems geht es bei der Neurologie. Dabei kommen vielfältige Krankheitsbilder wie Schlaganfälle, Schädel-Hirn-Verletzungen, Querschnittlähmungen, Multiple Sklerose, usw. zur Behandlung.

Bei den Behandlungen sollen krankhafte Haltungs- und Bewegungsmuster abgebaut und normale Bewegungen trainiert werden. Weitere Ziele sind die Verbesserung der Verarbeitung von Sinnesreizen bzw. Anpassung der Geschwindigkeit bei der Reizverarbeitung und Aufhebung von Störungen der Grob- und Feinmotorik sowie Verbesserung von Gleichgewichtsempfindungen und Gleichgewichtsreaktionen. Die Behandlung zielt darauf ab, normalen Alltagsaktivitäten im Hinblick auf die persönliche, häusliche und berufliche Selbständigkeit wiederzuerlangen.

Orthopädie, Traumatologie und Rheumatologie

In die Behandlung kommen Menschen mit Störungen des Bewegungsapparates, wie traumatische und degenerative Störungen von Armen und Beinen und der Wirbelsäule z.B. Knochenbrüchen, Querschnittlähmungen und rheumatischen Erkrankungen.

Die Arbeit geschieht hauptsächlich über motorisch-funktionelles Training und ist meist gekoppelt an Physiotherapie. Besonderer Schwerpunkt ist die (Wieder)Herstellung der Feinmotorik, um eine größtmögliche Selbstständigkeit bei Aktivitäten des täglichen Lebens zu erreichen.

Die Ergotherapie soll größtmögliche Selbständigkeit im beruflichen, schulischen und häuslichen Alltag erreichen und durch Einüben schmerzarmer und kompensatorischer Bewegungsabläufe für eine Erweiterung des gesamten Bewegungsausmaßes aller Gelenke sorgen.

In der Therapie stehen Behandlungen im Fokus wie sensomotorisch-perzeptive Behandlungen, motorisch-funktionelle Übungen (siehe Physiotherapie), psychisch-funktionelle Behandlungen, Hirnleistungstraining/ neuropsychologische Behandlung und sensorische Integrationstherapie.

Geriatrie

Bei der Geriatrie geht es um die Behandlung von älteren Menschen, die durch altersbedingte Mehrfacherkrankungen häufig einen eigenen Alltag nicht für sich herstellen können. Die Krankheitssymptome rühren aus unterschiedlichen Bereichen: Neurologie, Innere Medizin, Orthopädie, Chirurgie und Psychiatrie.
Bei der ergotherapeutischen Behandlung stehen die Förderung und Stabilisierung von verloren gegangenen geistigen, sozialen und körperlichen Fähigkeiten, Selbständigkeit im Alltag, Förderung der Wahrnehmung und Verbesserung der Gedächtnisleistungen, Aufmerksamkeit, Konzentration und Orientierung im Fokus. Es sollen motorische und sensorische Fähigkeiten, Selbständigkeit im Alltag und sozial-kommunikativer Fähigkeiten trainiert werden.

Psychiatrie

Ergotherapie in der Psychiatrie soll Menschen helfen, bestimmte Potenziale und Fähigkeiten (wieder)zu erlangen.
Zu den Krankheitsbildern, die in der Ergotherapie behandelt werden, gehören psychische Störungen, Angstzustände, Persönlichkeitsstörungen, Verhaltensauffälligkeiten, Depressionen, Schizophrenie, Essstörungen, Probleme mit Alkohol, Drogen und Medikamenten.
Zwar hat die Ergotherapie einen ganzheitlichen Ansatz, trotzdem stößt sie auf dem Gebiet der Psychiatrie an enge Grenzen.

Die Ziele der Ergotherapie in der Psychiatrie ist die Herstellung von psychischen Grundleistungsfunktionen wie Antrieb, Motivation, Belastbarkeit, Ausdauer, Flexibilität und Selbstständigkeit, Körperwahrnehmung und Wahrnehmungsverarbeitung, situationsgerechtes Verhalten, sozioemotionalen Kompetenzen und Interaktionsfähigkeit und eigenständige Lebensführung.

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