Daniela Dumann

Naturheilpraxis

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Aderlass

Der Aderlass: Eines der ältesten Heilverfahren

Der Aderlass (medizinisch auch Hämodilution) ist ein seit der Antike bekanntes und bis ins 19. Jahrhundert verbreitetes angewandtes Heilverfahren. Beim Aderlass wird dem Patienten eine teilweise nicht unerhebliche Menge Blut entnommen.

Geschichte

Der Aderlass ist eine der ältesten medizinischen Behandlungsformen. In Griechenland war er seit der Zeit des Hippokrates bekannt. Bis ins 17. Jahrhundert galt er als eine der wichtigsten medizinischen Therapieformen in der galenischen Medizin.

Der Nutzen des Aderlasses beruht auf zwei Vorstellungen:

  • Blut könne sich in den Gliedern stauen und verderben. „Schlechtes Blut“ müsse entfernt werden.
  • Krankheiten wurden auf ein Ungleichgewicht der vier Säfte (Blut, gelbe Galle, schwarze Galle, Schleim) zurückgeführt. Durch Ausleitung konnte nach dieser Vorstellung das Gleichgewicht wiederhergestellt werden.

Das Blut wurde mittels genauer Untersuchung (Hämatoskopie, Blutschau) des Aderlassblutes im Mittelalter bereits zu diagnostischen Zwecken benutzt.

Man glaubte, Blut sei der dominante Saft und müsse besonders kontrolliert werden. Er stellte ein umfassendes System auf, das die Menge des zu entnehmenden Blutes aus dem Alter des Patienten, seinem Zustand sowie aus Jahreszeit und Wetterbedingungen ableitete.

Auch in der islamischen Medizin war der Aderlass bekannt, wahrscheinlich durch die griechischen Autoren. Die ayurvedische Medizin kannte den Aderlass ebenfalls, wie in der Sushruta-Samhitâ dargestellt ist. Auch im fernen Osten war der Aderlass eine wichtige Therapieform.

Im Mittelalter waren es die Bader und Ärzte die den Aderlass am Patienten vornahmen. Viele Krankheiten wurden durch den Aderlass behandelt.

Die Zeiten für den Aderlass und die entsprechenden Stellen am Körper wurden nach astrologischen Kriterien festgelegt. Davon zeugen die zahlreichen Darstellungen von sogenannten „Aderlass-Männchen“.

Selbst nachdem William Harvey den Blutkreislauf im Jahre 1628 entdeckte und damit die Grundlagen des Aderlasses widerlegte, blieb der Aderlass eine verbreitete Behandlungsmethode.

Methoden

Die Ärzte und Bader des Mittelalters verwendete Aderlass-Messer, auch Flieten genannt. Ab dem 15. Jahrhundert wurde ein Gerät verwendet, dessen spezielles Messer nach dem Anritzen der Ader zurückschnappt, den so genannten Schröpfschnepper.

Der moderne Aderlass verwendet eine größeren Kanüle, um dem Patienten das Blut abzunehmen. Die Menge des abgenommenen Blutes liegt zwischen 50 und 500 ml.

Eine weitere Methode der Blutentziehung ist die Blutegelbehandlung oder auch Blutegeltherapie.

Einsatz in der heutigen Medizin

Der Aderlass spielt heute nur bei wenigen Erkrankungen eine wichtige Rolle:

  • Polycythaemia vera, eine Erkrankung, die zu einer krankhaften Vermehrung der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) und damit zu einer Erhöhung der Blutviskosität führt.
  • Hämochromatose, eine Erkrankung des Eisenstoffwechsels. Hier werden lebenslange Aderlässe zur Senkung des Eisengehaltes im Körper durchgeführt.
  • Polyglobulie, hier kann durch Aderlass eine Verbesserung der Fließeigenschaften des Blutes erreicht werden. Zum Beispiel bei einer Zentralvenenthrombose im Auge.
  • Erkrankungen mit venöser Stase, insbesondere der gesamte variköse Symptomenkomplex.

In der Alternativmedizin zählen der Aderlass und auch das Schröpfen zu den Ausleitenden Verfahren.

Der japanischen Aderlass (Shiraku / Mikroaderlass) werden Krampfadern oder Besenreiser mit einer Lanzette oder einem Messer aufgestochen. Hier wird im allgemeinen der Unterschenkel behandelt. Die Anwendung erfolgt bei Blutstauungen, die mit einer Dehnung von Blutgefäßen einhergehen.

Aderlässe zählen auch zu den Naturheilverfahren.

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